5.1.4 Wie funktioniert der Entscheidungsfindungsprozess?

Wir beginnen mit der Definition des Entscheidungsfindungsprozesses, dann behandeln wir spezifische Klassen von Entscheidungsproblemen, außerdem beschreiben wir verfügbare Verfahren und Hilfsmittel.

Das Hauptanliegen bei der Entscheidungsfindung ist, zu bestimmen, wer die EntscheiderInnen und die InteressenvertreterInnen in dem Prozess sind. Ihre frühzeitige Identifizierung reduziert Meinungsverschiedenheiten über Problemdefinition, Anforderungen, Ziele und Kriterien. Falls angemessen, sollten auch die InteressenvertreterInnen hinzugezogen werden. Durch deren Input in den frühen Stadien des Entscheidungsprozesses ergibt sich bereits nützliches Feedback, schon bevor eine Entscheidung getroffen wird.
 
Abbildung 1 zeigt die Stadien des Entscheidungsfindungsprozesses. 1
Der Prozess verläuft von oben nach unten, er kann aber von jedem Punkt aus in ein früheres Stadium zurückfallen, wenn neue Informationen hinzukommen. Das Entscheidungsteam muss sicherstellen, dass alle Stadien des Prozesses adäquat durchlaufen werden.
Bei komplexeren Entscheidungen sollten Sie fähige, erfahrene Analysten/Moderatoren hinzuziehen, die in allen Stadien des Entscheidungsprozesses assistieren können. Eine Moderation durch Experten kann helfen, zu gewährleisten, dass alle Phasen angemessen durchlaufen und dokumentiert werden. Ihre Erfahrung und Sachkompetenz wird Klarheit in den Entscheidungsfindungsprozess bringen und Missverständnisse vermeiden helfen, die oft zu Fragen nach der Glaubwürdigkeit der Analyse führen und den Gesamtprozess verlangsamen.

(Bitte klicken Sie auf den jeweiligen Schritt für weitere Informationen.)

Halten Sie bitte einen Moment inne und denken Sie nach:

Welche Entscheidungen mußten Sie sich in jüngster Zeit in Ihrem Unternehmen treffen? Versuchen Sie, Ihren Entscheidungsfindungsprozess mit dem Schema in Abbildung 1 zu vergleichen. Finden Sie dabei irgendwelche Unterschiede, zwischen Ihrem üblichen Weg der Entscheidungsfindung und diesem formalisierten Prozess?


1 Dieser Artikel ist entnommen aus: Baker D. et al., Guidebook to Decision-Making Methods, S. 2-5