5.1.7 Zusammenfassung

Ziel dieses Moduls über Entscheidungsfindung ist, EntscheiderInnen zu helfen, die beste Alternative logisch auszuwählen und zu dokumentieren. Die in diesem Modul beschriebenen Entscheidungsfindungsmethoden sind auf einen weiten Bereich von Entscheidungen leicht zu übertragen, von einfachen Entscheidungen wie der Restaurantauswahl bis hin zu komplexen, weil abteilungs- oder unternehmensübergreifenden Entscheidungen. Es sollten ExpertInnen hinzugezogen werden, um sicher zu stellen, dass alle Entscheidungsphasen sauber durchlaufen und dokumentiert werden. Das jeweilige Feedback von den EntscheiderInnen ist wesentlich für diesen Prozess. Zur Problembeschreibung müssen inhaltlich entsprechende Fragen und eine quantitativ entsprechende Anzahl von Fragen zum Problem formuliert werden, nur so kann der Abschlussbericht als Nachweis der „richtigen“ Entscheidung stand halten. Anforderungen drücken aus, was die Problemlösung können muss. Ziele sind notwendig, um die überlegenen Alternativen zu identifizieren. Das Entscheidungsteam bewertet die Anforderungen und Ziele und schlägt Alternativen vor, die sowohl die Anforderungen als auch so viele Ziele wie möglich erfüllen. Die beste Alternative wird diejenige sein, die nahezu alle Ziele erreicht. Kriterien müssen entwickelt werden, um Alternativen sinnvoll unterscheiden zu können. Das Einverständnis der EntscheiderInnen ist zwingend erforderlich, bevor die Kriterien zur Bewertung der Alternativen verwendet werden. Alternativen können mit quantitativen, qualitativen oder einer Kombination aus beiden Methoden bewertet werden. Die hier beschriebenen Bewertungsmethoden sind für viele Situationen anpassbar, d.h. ihre Anwendung hängt von der Komplexität des Problems, den Bedürfnissen des Kunden, der Erfahrung des Entscheidungsteams bzw. involvierten ExpertInen sowie von der verfügbaren Zeit und den Ressourcen ab. Die Auswahl der Entscheidungsfindungsmethode muss auf der Komplexität des Problems und der Erfahrung des Teams basieren. Die endgültige Lösung muss den gewünschten Status herbeiführen, die Anforderungen erfüllen und innerhalb des Wertehorizonts der EntscheiderInnen die Ziele am besten erreichen. Wenn die bevorzugte Alternative bewertet wurde, kann sie der Unternehmensleitung als Vorschlag unterbreitet werden. Ein schriftlicher Schlussbericht muss eine Beschreibung des Entscheidungsprozesses sowie die Annahmen, Methoden und Schlussfolgerungen enthalten, die zu der vorgeschlagenen Problemlösung geführt haben. Da der Rahmen dieses (im Wesentlichen auf Literatur beruhenden1), einführenden Textes keinen Raum für die Beschreibung weiterführender Hilfsmittel und Methoden lässt, verweisen wir auf andere Ressourcen, wo der interessierte Leser weitere Beschreibungen von Methoden und Beispielen zu deren Anwendung erhält. Am Ende dieses Moduls möchten wir noch auf die Bedeutung des Risikomanagements, 2, der Sensibilitätsanalyse 3 und der Szenarienplanung4 hinweisen.

In diesem Modul haben wir die Grundlagen der strukturierten Entscheidungsfindung erläutert; doch selbst die ausgeklügeltsten mathematischen Methoden werden von individuller Risikobereitschaft und der Fähigkeit, das Verhalten von Märkten, Wettbewerbern und anderer Faktoren richtig einzuschätzen beeinflußt - und immer beruht all das auch auf Erfahrung. Die Entwicklung von Innovationen birgt besonders hohe Risken. Leider ist es unmöglich, alle Fehler zu vermeiden, wenn Sie etwas Neues versuchen. Doch Sie lernen aus Ihren Erfolgen und Fehlern, aus Erfolgen und Fehlern von anderen Personen. Für detailliertere Informationen über Entscheidungsfindung werfen Sie einen Blick auf die Bibliographie und die empfohlenen Websites am Ende dieses Abschnittes. Falls nötig, bitten Sie erfahrene KollegInnen und Freunde um Hilfe oder greifen Sie auf externe BeraterInnen zurück.


1Baker D. et al., Guidebook to Decision-Making Methods McClave J.T., Benson P.G.: Statistics for Business and Economics
2 Wikipedia articles on Risk management, Risk assessment, Risk matrix; DoE Risk Management Guide – siehe weiterführende Literatur
3Wikipedia Artikel über Sensitivitätsanalyse – siehe weiterführende Literatur
4 Wikipedia Artikel Szenarienplanung – siehe weiterführende Literatur