5.3.1 Was bedeutet Benchmarking?

Es gibt viele Definitionen für Benchmarking.
Betrachten wir zwei davon:

  • Benchmarking ist ein Prozess des kontinuierlichen Vergleichens und Bewertens gegenüber anderen Organisationen auf der Welt, um Informationen über Philosophien, Methoden, praktizierte Verfahren und Maßstäbe zu bekommen, die Ihrer eigenen Organisation dabei helfen können, Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Leistung zu ergreifen.1

Oder:

  • Benchmarking ist eine standardisierte Methode zum Sammeln und Berichten kritischer operativer Daten in einer Weise, die geeignet ist, relevante Vergleiche zwischen der Leistung verschiedener Organisationen oder Programmen anzustellen, in der Regel verbunden mit der Absicht, erprobte Verfahren zu etablieren, Leistungsprobleme zu diagnostizieren und Bereiche mit besonderen Stärken zu identifizieren.2

Allgemein gesagt ist es also ein Prozess:

  • der Datensammlung,
  • des Leistungsvergleichs,
  • des Diagnostizierens von Problemen und
  • des Festlegens von Maßstäben zur Leistungsverbesserung

5.3.1.1 Benchmarking-Methoden

Man unterscheidet vier Benchmarking-Verfahren.
Sie schließen einander nicht aus, Sie können also jede einzelne oder eine beliebige Kombination wählen, um Ihre Vorstellungen umzusetzen. Wir empfehlen, zunächst ein strategisches Benchmarking durchzuführen, um zu Grundprinzipien und einem Kontext zu gelangen, auf denen alle weiteren Benchmarking-Verfahren aufbauen sollten. Der Pfeil in der untenstehenden Abbildung 1 verdeutlicht die Abfolge: (Für weitere Informationen klicken Sie bitte auf die einzelnen Kästchen)


Abb. 1: Benchmarking Methoden

Bitte halten Sie einen Moment inne und denken Sie über die Situation in Ihrem Unternehmen nach:

  • Bestimmen Sie Ihre Hauptkonkurrenten
  • Grenzen Sie deren Stärken und Schwächen ab
  • Beschreiben Sie deren aktuelle Produktionsverfahren
  • Legen Sie Gegenmaßnahmen fest

5.3.1.2  Andere Benchmarking-Verfahren

Wettbewerb-Benchmarking – Bewertung der Leistung, der Produkte und Dienstleistungen einer Organisation anhand seiner direkten oder indirekten Wettbewerber.
Wettbewerb-Benchmarking richtet sich auf Ihre direkten Konkurrenten und nicht auf die Branche als Ganzes.


Kooperatives Benchmarking – Dies ist die am meisten angewandte Art des Benchmarking, weil sie am einfachsten durchzuführen ist.
Beim kooperativen Benchmarking lädt Ihr Unternehmen die besten Organisationen ihrer Branche dazu ein, mit Ihrem Benchmarking Team zusammen zu kommen, um das jeweilige Wissen miteinander zu teilen. Dies geschieht üblicherweise ohne große Vorbehalte, weil die Organisationen keine direkten Konkurrenten sind.3

Durch kollaboratives Benchmarking können Information mit Gruppen von Unternehmen geteilt werden.

Internes Benchmarking wird eingesetzt, um die besten in der eigenen Organisation praktizierten Verfahren zu identifizieren, und diese in der gesamten Organisation zu verbreiten.  Durch internes Benchmarking erfahren die Manager Ihrer Organisation mehr über das Unternehmen als Ganzes.


1 APQC definition
2 Harvey, L., 2004, Analytic Quality Glossary
3 Lankford W., Benchmarking: Understanding the basics