2.1.2 Wo werden Innovationsaudits durchgeführt?

Innovationsmanagement ist in allen Bereichen gefragt, ganz gleich ob es sich um Hightech oder um eine traditionelle Branche handelt. Innovation kann viele andere Geschäftsprozesse und Bereiche wie Finanzen, Produktion, Zulieferkette, Marketing, Strategie etc. betreffen. Aufgrund der bedeutenden Effekte, die Innovation auf die Gesamtleistung eines Unternehmens haben kann, sollte kein Unternehmensbereich vom Innovationsaudit ausgeschlossen werden. Auch darf nicht vergessen werden, dass Innovationen evtl. neue Managementmethoden erfordern, insofern kann sich ein Innovationsaudit für jedes Unternehmen als nützlich erweisen, unabhängig von seiner Branche und Größe oder anderen Gegebenheiten.

Insbesondere gibt es bestimmte Konstellationen für Unternehmen, bei deren Eintreten unbedingt ein Innovationsaudit durchgeführt werden sollte. Dazu gehören:

Marktveränderungen

Das Innovationsaudit hilft den Unternehmen, ihre aktuelle Position  zu analysieren und zu entscheiden, welche Schritte künftig zu unternehmen sind, wenn signifikante Marktveränderungen auftreten, beispielsweise, wenn ein neuer, starker Wettbewerber auftritt, oder größere Marktanteile verloren gehen. Es hat sich gezeigt, dass wirkliche Innovationen kaum von jemandem kommen, der hinter dem Schreibtisch sitzt und zufrieden steigende Umsätze und Gewinne betrachtet.


Strategieformulierung

Innovationsmanagement sollte nicht als leichte Aufgabe oder als einfache, schnell zu erledigende Prozedur angesehen werden, wenn man Ergebnisse erhalten will, die zum Vorteil des Unternehmens verwendet werden können. Auch wenn die Ergebnisse einer Innovation sich schnell einzustellen scheinen, braucht systematisches Management Zeit und langfristiges Engagement. Deswegen sollte Innovationsmanagement Schwerpunkt der Unternehmensstrategie sein. Unter Berücksichtigung dieser Voraussetzung ist das Innovationsaudit ein wichtiges Instrument, das aufgrund des weit gefassten Bereiches seiner Untersuchungen und seines ganzheitlichen Ansatzes Lücken in der Strategie aufdecken kann. So hilft es der Geschäftsleitung, bei der Strategieformulierung die Bedeutung von Innovationen gebührend zu berücksichtigen und einzubinden.


Technologischer Fortschritt

In der Wissensökonomie und in unter hohem Wettbewerbsdruck stehenden Branchen werden die Produktlebenszyklen immer kürzer, und technologische Veränderungen können scheinbar über Nacht bisherige Produktions- und Dienstleistungsangebote in Frage stellen. Völlig neue Produkte oder Prozesse können auftauchen und ein Unternehmen aus dem Markt drängen. Innovationsaudits helfen, derartige Bedrohungen rechtzeitig zu erkennen, Schwächen zu beseitigen, Unternehmensstärken und Chancen zu bündeln, um die innovative Leistungsfähigkeit eines Unternehmens auf hohem Niveau zu halten.


Häufigkeit von Innovationsaudits

Innovation darf nicht als etwas gesehen werden, das einfach gemessen und gemanagt werden kann, indem man einigen innovativen Methoden folgt. Viel wichtiger ist es, eine der Innovation förderliche Umgebung zu kultivieren. Die Umgebung, in der ein Unternehmen agiert, ändert sich jedoch ständig – insbesondere bei hohem Wettbewerbsdruck - ohne dass man vorhersagen könnte, welche Veränderungen auftreten werden. Dies berücksichtigend wird klar, dass ein einmaliges Innovationsaudit nicht ausreicht, sondern dass es regelmäßig wiederholt, zumindest aber überprüft werden muss, idealerweise bei größeren Veränderungen im Markt. Ein Wiederholungsintervall von 12 Monaten sollte normalerweise ausreichen. In wissensbasierten Branchen können jedoch kürzere Intervalle erforderlich sein. In jedem Fall sollten Sie immer die durch ein Innovationsaudit entstehenden Kosten gegen den möglicherweise erzielbaren Nutzen abwägen.