6.5.3 Wie wird das Prinzip der kontinuierlichen Verbesserungen

Die Implementierung der Philosophie der Kontinuierlichen Verbesserung kann wie folgt zusammengefasst werden: ein unternehmensweiter Prozess nachhaltiger, zielgerichteter, schrittweiser Innovation.

Die folgende Abbildung illustriert dies:1
(Für weitere Informationen klicken Sie bitte in die Abbildung)


Kontinuierliche Verbesserung impliziert ausgeprägte Zielverfolgung und den stetigen Ausbau von Fähigkeiten und Ressourcen innerhalb der Organisation um Probleme aufzudecken und zu lösen. Es gibt zahlreiche unterschiedliche Techniken, die die Implementierung dieser Philosophie erleichtern. Die am häufigsten genutzten sind:

  • Brainstorming,
  • Problemlösungszirkel,
  • Ursache-Wirkung Diagramme,
  • Checklisten,
  • Flussdiagramme.

Brainstorming

Brainstorming ist wohl die bekannteste Kreativitätstechnik zur Ideenfindung, gleichwohl befassen sich die vorherigen Module dieses Kurses mit weiteren solchen Verfahren: der Methode 635, der Analogietechnik, dem Attribute Listing, dem Ideenmanagement bzw. dem betrieblichen Vorschlagswesen, den Techniken Six Thinking Hats, TRIZ und TILMAG. Weitere Informationen zu Brainstorming und den anderen oben genannten Techniken erhalten Sie in den Kapiteln 4.1 bis 4.10.

Problemlösezirkel

Diese Methode besteht aus einem Kreisverfahren zum Identifizieren und Lösen von Problemen. Abbildung. 3 illustriert einen solchen Problemlösungskreis.


Abb. 3 Problem
lösungskreis2

Es ist eine Methode zum Experimentieren und Evaluieren, durch die Sie in jedem Schritt des Prozesses dazu lernen. Sowie Sie die Lösung gefunden haben, kann diese in Ihren Prozess eingebunden werden.

Ursache-Wirkung Diagramm3

Dieses Verfahren, wegen seiner Form auch „Fischgrätendiagramm“ (Fishbone Diagram)” sowie nach seinem Erfinder „Ishikawa Diagramm“ genannt, veranschaulicht graphisch die Beziehungen zwischen einem gegebenen Ergebnis und den Faktoren, die das Ergebnis beeinflusst haben, indem es

  • die Faktoren bestimmt, die positiven oder negativen Einfluss auf das Ergebnis haben,
  • sich auf ein bestimmtes Problem konzentriert, wobei kein Raum bleibt für Beschwerden und irrelevante Diskussionen,
  • die ursächlichen Gründe für einen gegebenen Effekt bestimmt,
  • Bereiche identifiziert, für die es schlicht an Daten fehlt.

Die folgende Abbildung veranschaulicht das Prinzip eines Ursache-Wirkung Diagramms sowie die erforderlichen Schritte zu dessen Entwurf.


Abb. 4 Prinzip und erforderl
iche Schritte zum Entwurf von Ursache-Wirkung Diagrammen

Abbildung 5 zeigt ein Beispiel eines Ursache-Wirkung Diagramms. Ein Dokumentationsteam einer Konstruktionsabteilung möchte die Genauigkeit ihrer Anwenderdokumentation verbessern. Als Teil des ersten Schrittes dazu wird ein Ursache-Wirkung Diagramm entworfen, um ein Bild davon zu erhalten, welche Ursachen eine fehlerfreie Dokumentation ausmachen.


Abb. 5. Beispiel e
ines Ursache-Wirkung Diagramms

Checklisten4

Eine Checkliste ist in diesem Fall ein einfaches Formular, das Sie verwenden, um Daten in organisierter Weise zu erheben und leicht in sinnvolle Informationen umzuwandeln. Mit einer Checkliste können Sie

  • mit minimalem Aufwand Daten erheben,
  • Rohdaten in sinnvolle Information umwandeln,
  • Aus Meinungen das extrahieren, was tatsächlich geschieht (Aufgrund der Daten besteht das Problem aus…).

Die zu verfolgenden Ereignisse müssen genau benannt werden. Jeder muss exakt dasselbe untersuchen.
Der Datenerhebungsprozess sollte so leicht wie möglich sein. Einfache Ankreuzungen in der Checkliste genügen. Ähnliche Probleme müssen in Gruppen angeordnet werden, damit die Daten werthaltig und vertrauenswürdig werden. Das benutzte Format sollte Ihnen maximale Information bei geringst möglichem Aufwand liefern.

(siehe auch "Check sheet example.pdf" [englisch])

Flussdiagramm5

Ein Flussdiagramm illustriert die Aktivitäten in einem Prozess. Es kann Ihnen sehr viel über einen Prozess und die in ihm involvierten Aktivitäten mitteilen, zum Beispiel: Sind all diese Aktivitäten wirklich notwendig? Welche Steuermechanismen und Kontrollen werden eingesetzt?
Flussdiagramme sind nützlich, wenn ein Prozess verbessert werden soll, insbesondere, falls Sie planen Daten zu erheben oder eine Lösung zu implementieren. Flussdiagramme können auch zur Dokumentation eines neuen Prozesses oder zum Vergleich existierender Prozesse mit einem „idealen“ Prozess eingesetzt werden. Es sind gute Kommunikationshilfsmittel, denn durch die Verwendung von Standard-Symbolen sind Missverständnisse ausgeschlossen.

Es gibt folgende Standard-Symbole:

  • Liegendes Oval: Start oder Ende eines Prozesses
  • Rechteck: Prozessschritt oder Prozessaktivität
  • Liegende Raute: Entscheidung
  • Pfeil: Flussrichtung


Die folgende Abbildung zeigt ein Beispiel eines Flussdiagramms:


Abb. 6. Flussdiagramm

Bitte halten Sie einen Moment inne und denken Sie nach! Verwenden Sie eine dieser Methoden oder ähnliche Methoden in Ihrem Unternehmen, um Prozesse zu verbessern?


1 Fundación COTEC, CENTRIM, IRIM, Manchester Business School, Socintec (1998) TEMAGUIDE. A Guide to Technology Management and Innovation for Companies. A research undertaken with support of the EU Innovation Program.
2 www.pac-it.org.nz/resources/Problem_solving_cycle.pdf
3 http://web2.concordia.ca/Quality/tools/12fishbone.pdf
4 http://web2.concordia.ca/Quality/tools/6cksheet.pdf
5 Fundación COTEC, CENTRIM, IRIM, Manchester Business School, Socintec (1998) TEMAGUIDE. A Guide to Technology Management and Innovation for Companies. A research undertaken with support of the EU Innovation Program.