11.1.5 Fallstudie

Networking in Kleinunternehmen (Beispiel aus der Praxis)

XXX ist ein kleines Unternehmen in der Nähe von Cinco Villas (Zaragoza – Spanien), das Kompost produziert. Das Unternehmen sammelt die in den umliegenden landwirtschaftlichen Betrieben anfallenden Abfälle, verarbeitet sie zu Kompost und verkauft diesen wieder als Dünger an dieselben Betriebe.

Das Unternehmensziel besteht

  1. im Management der in den Agrarbetrieben generierten Abfälle und
  2. im Recycling dieser Abfälle durch deren Umwandlung in Dünger.

Innovation war von Anfang an ein Kernanliegen der Unternehmensleitung, doch es gibt zwei innovationshemmende Faktoren: Die Unternehmensgröße und die geographische Lage.
Networking könnte eine innovative Unternehmenspolitik fördern, doch inwieweit wird Networking von dem Unternehmen genutzt?
Aktuell nimmt das Unternehmen nicht an Networking-Aktivitäten teil, weder mit anderen Unternehmen, noch mit Organisationen, die Innovationen und/oder die Entwicklung der Hauptaktivitäten des Unternehmens fördern.

Die Unternehmensleitung führt dazu folgende Gründe an:

  • Zu wenig Mitarbeiter (6 Mitarbeiter im Unternehmen) und zu wenig Zeit
  • Fehlende Fähigkeiten und Kompetenzen zur Kollaboration
  • Finanzierungsprobleme
  • Fehlende Kollaborationskultur in der Region
  • Fehlende Informationen von anderen Organisationen (Universitäten, Technologie-Zentren, andere Institutionen der Unternehmensförderung)
  • Bürokratie;
  • Fehlende Kenntnis der unterschiedlichen Kollaborationsformen

In den vergangenen beiden Jahren haben der Geschäftsführer und der Labortechniker aus eigener Initiative an verschiedenen Seminaren über Kooperation mit anderen Organisationen zur Verbesserung der Innovationsfähigkeit und der Umgebung des Unternehmens teilgenommen. Doch die Erfahrungen waren nicht positiv. Nach den Zusammenkünften fanden sie keinerlei Möglichkeit, eine Kollaborationsstruktur aufzubauen. Doch inzwischen hat sich etwas geändert, was die Informationen angeht. Heute liefern mehrere Organisationen kostenlose praktische Informationen über Innovation, was insbesondere die Technologie-Beobachtung erleichtert.

Inzwischen ist das Unternehmen der Auffassung, dass Networking positive Effekte haben würde, wenn folgende Maßnahmen eingeleitet würden:

  • Mehr und bessere Beziehungen zwischen den Unternehmen und anderen Institutionen, die Innovationen fördern (Universitäten und Technologiezentren)
  • Mehr Instrumente, die die Schaffung und den Betrieb solcher Netzwerke erleichtern (weniger Bürokratie, mehr Workshops, um die einzelnen Organisationen in Kontakt zu bringen, finanzielle Unterstützung, Weiterbildung etc.)
  • Abbau von Hürden zur Teilnahme (angesichts der Unternehmensgröße und der Eigenheiten der Mitarbeiter)
  • Entwicklung von Tools zur Förderung und Verbesserung der Kommunikation
  • Empfehlungen an die Unternehmen (besonders an die kleinen) zur Teilnahme in diesen Netzwerken
  • Förderung informeller Kooperationsbereiche

Networking ist ein sinnvoller, nützlicher Prozess zur Innovationsförderung in Kleinunternehmen, doch Informationen und Hilfsmittel sind die Notwendigkeiten, um sie zu unterstützen.