11.3.3 Wie gründet man eine zielgerichtete Community of Practice?

Forschungen über Online Communities legen nahe, dass die hauptsächlichen Erfolgsfaktoren von Communities in den organisatorischen Strukturen und Bedingungen sowie in menschlichen Faktoren zu suchen sind.1 Technologie unterstützt zwar den Interaktionsprozess, ist allein aber keine der treibenden Kräfte. Für Preece2 bestehen Online Communities aus Menschen, die sozial interagieren, um Bedürfnisse zu befriedigen, Rollen zu spielen etc., aus einem gemeinsamen Zweck, der einen Existenzgrund für die Community liefert, aus Regeln zur Interaktion der Menschen und aus Computersystemen, die die sozialen Interaktionen unterstützen und vermitteln.

In ihrem „Template for Success“ („Vorlage für den Erfolg“) liefern Kimbal und Ladd3 eine praxisbezogene Zusammenfassung der erforderlichen Schritte zum Start und zur Pflege einer virtuellen CoP. Die folgenden 15 Schritte legen die Anforderungen zur Etablierung einer erfolgreichen Community of Practice dar:

15 Schritte einer CoP4

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Schlussfolgerung

Diese fünfzehn praktischen Tipps decken einen weiten Bereich an Themen darüber ab, wie man eine CoP erfolgreich unterhält. Sehr wichtige Schritte sind die Vorbereitung der Community (Tipps 1-5) und deren Startphase (Tipps 6-8). Für den nachhaltigen Erfolg ist es wichtig, über ausreichend Ressourcen für die Vorbereitungsphase zu verfügen und wichtige Teilnehmer frühzeitig zu involvieren. Tipps 9-14 befassen sich mit der alltäglichen „Wartung“ einer CoP. Besonders wichtig ist hier, ein Auge auf die Moderation (Management) der Kommunikation zu haben. Schließlich bezieht sich Tipp 15 auf die Evaluierung der Community of Practice und auf das Management erforderlicher Veränderungen, beides sind sehr wichtige Bereiche. Communities of Practice können mit sehr speziellen Aufgaben beginnen und können aufgelöst werden, nachdem die Aufgabe erledigt ist. Doch eine CoP kann ebenso andauern und ihre Zielsetzung ändern, doch dies muss unter Anleitung geschehen, es muss evaluiert und moderiert werden. 5

Die folgende Abbildung zeigt mögliche Komponenten einer Community Plattform6

 Abb. 5: nach Lucko, S., Trauner, B. (2005)


1 Hildreth, P., Kimble, C. (2002) "The duality of knowledge"
2 Preece, J., 2000, “Online Communities. Designing, Usability, Supporting Sociability”
3 Kimball, L., Ladd, A. (2004) "Facilitator Toolkit for Building and Sustaining Virtual Communities of Practice
4 ebd
5 www.ewenger.com/theory/
6 Lucko, S., Trauner, B. (2005) “Wissensmanagement 7 Bausteine für die Umsetzung in der Praxis”