7.3.1 Was bedeutet Strategie zum Schutz geistigen Eigentums?

Das Management des geistigen Eigentums eines Unternehmens als Vermögenswert beinhaltet weit mehr als nur die offizielle Akquisition von Schutzrechten für dieses Eigentum. Patente und Rechte an Warenzeichen sind nicht viel wert, wenn sie nicht adäquat verwertet werden.1 Mehr noch, bestimmte Teile des wertvollen geistigen Eigentums eines Unternehmens erfordern gar keine formelle Registrierung, doch sie verlangen nach anderen Schutzmaßnahmen, wie zum Beispiel Vertraulichkeitsvereinbarungen. Unternehmen, die den vollen Wert aus ihrem Know-how und ihrer Kreativität ziehen wollen, sollten adäquate Schritte unternehmen und eine Strategie für ihr geistiges Eigentum entwickeln, die in die Gesamtstrategie des Unternehmens eingebettet sein muss.2 Dies bedeutet, dass die Aspekte des geistigen Eigentums bei der Aufstellung von Unternehmens- und Marketingplänen, aber auch in Arbeitsverträgen berücksichtigt werden müssen; dabei sollen einerseits das Know-how des Unternehmens geschützt und andererseits die Mitarbeiter motiviert werden etc. Empfehlungen der WIPO (World Intellectual Property Organisation) zufolge sollte eine Grundstrategie zum Schutz geistigen Eigentums mindestens die folgenden Punkte berücksichtigen:

Akquisition geistigen Eigentums
Ein einzelnes Produkt und eine einzelne Dienstleistung können durch unterschiedliche Maßnahmen geschützt werden, die die verschiedenen Aspekte des Produkts oder der Dienstleistung abdecken. KMU müssen die Art des Schutzes, dessen Dauer und Kosten auswählen bzw. abwägen, und sie müssen dabei sicherstellen, dass so früh wie möglich allen formalrechtlichen Anforderungen genügt wird.

Nutzung geistigen Eigentums

Geistiges Eigentum kann vielseitig genutzt werden, einschließlich seiner Kommerzialisierung in Gestalt von geschützten Produkten und Dienstleistungen, aber auch durch Lizenz- oder Franchise-Verträge, durch Verkauf an andere Unternehmen, durch die Schaffung von Joint Ventures, durch Einbringung in ein Kreuz-Lizenzierungsabkommen, um Zugang zur Technologie anderer Unternehmen zu bekommen und nicht zuletzt als Aktivposten, um z. B. eine Finanzierung sicher zu stellen. Darüber hinaus gibt es Fälle, in denen geistiges Eigentum ganz einfach zur eigenen Reputation genutzt wird. (In einer Unternehmensbroschüre erwähnte Patente steigern die Reputation des Unternehmens in seiner Branche.) Unternehmen müssen in jedem Einzelfall entscheiden, wie sie aus ihrem geistigen Eigentum national und international den besten Nutzen ziehen wollen.

Überwachung geistigen Eigentums
Es ist wichtig, sich regelmäßig in Datenbanken von Patentschriften und Warenzeichen zu vertiefen, um über jüngste technische Entwicklungen und neue Technologien auf dem Laufenden zu bleiben, aber auch, um neue Lizenzpartner oder Lieferanten zu finden, neue Marktchancen auszuloten, die Aktivitäten der Wettbewerber zu beobachten, mögliche Schutzrechtsverletzungen festzustellen und um selbst zu vermeiden, die Rechte von Wettbewerbern zu verletzen.

Durchsetzung geistigen Eigentums
Angesichts des wirtschaftlichen Schadens, der den Unternehmen durch gefälschte Markenprodukte entstehen kann und angesichts der enormen Kosten, die ein Urheberrechtsstreit vor Gericht mit sich bringen kann, ist es unerlässlich, dass die Unternehmen eine strikte Politik der Durchsetzung der Rechte an ihrem geistigen Eigentum verfolgen.


1 www.wipo.int/sme/en/documents/ip_pharma.html
2 www.1000ventures.com/business_guide/ipr/sme_guide_managing_ia_bywipo.htm
3 www.wipo.int/sme/en/ip_business/managing_ip/managing_ip.htm