4.10.2 Schaffung vorteilhafter Voraussetzungen zum Ideenaustausch

Neben der Verbesserung von individuellen Stärken und Persönlichkeitsaspekten, die bei neuen Gedanken eine Rolle spielen, sollten wir auch eine Umgebung innerhalb des Unternehmens schaffen, in der es leicht fällt, zündende Ideen auszutauschen.Wir haben bereits gesehen, wie der Führungsstil, die Organisationskultur und ein Anreizsystem die kreativen Fähigkeiten fördern, doch durch Gruppenaktivitäten und Reorganisation mancher physischer Bedingungen können wir auch die Gruppenkreativität fördern.

Schritt 5:
Verbesserung der Teamarbeit – Kooperation in der Gruppe

Normalerweise bekommen wir eine Aufgabe, und wir beginnen selbst mit der Durchführung. Besonders in KMU (natürlich hängt das auch ein wenig vom jeweiligen Land ab) sind wir Kooperation durch Teamwork nicht gewohnt. Doch in einem gut geführten Team scheint das Erreichen komplexer, neuer Problemlösungen aufgrund der verschiedenen vorhandenen Perspektiven wesentlich leichter zu sein.

 Hier einige Hinweise und Tips für die Praxis:

  • Bilden Sie kleine Gruppen von 3-12 Mitarbeitern, wenn Sie kreative Ergebnisse erreichen wollen. Das ist die optimale Größe, bei der Menschen normalerweise keine Hemmungen haben, über ihre eigenen Ideen zu sprechen.
  • Laden Sie Experten in die Gruppe ein. Versuchen Sie, so viel verschiedene Hintergründe, Denkweisen und Vorwissen in die Gruppe hinein zu bekommen, wie Sie können.1
  • Spontanes Teaming: Sie sehen ein interessantes Problem, an dem eine andere Gruppe arbeitet, und Sie können sich anschließen und teilnehmen.
  • Bevor Sie Ihre Kollegen darauf ansprechen, in einem Team zusammen zu arbeiten, sollte der Moderator der Besprechung über die zu behandelnde Themenstruktur entscheiden. Schreiben Sie einen Entwurf, und beobachten Sie, wie dadurch die Effizienz gesteigert wird.

Moderatoren einer Besprechung können zum Beispiel folgende Fragen stellen, damit die Besprechung erfolgreich wird:

  • Worin bestehen die Ziele / Welcher Zustand soll erreicht werden?
  • Welche Art Hintergrund haben wir aufgrund des vorhandenen Fachwissens und alter und aktueller Erfahrungen?
  • Mit welchen Mitteln können wir das Ziel erreichen?
  • WelcheTools / Mittel sollten wir einsetzen, das Ziel zu erreichen?
    Wer wäre für die Unteraufgaben verantwortlich und zu welchem Termin?

Stellen Sie sicher, dass jeder die Gelegenheit hat, sich eine Meinung zu bilden. Achten Sie trotzdem auf die Zeit. Wenn Sie merken, dass Sie sich in Nebensächlichkeiten verlieren, kehren Sie zur Ursprungsfrage zurück. Die Moderatoren einer Besprechung tragen auch Verantwortung für die Zeit der anderen Teilnehmer.

 
Schritt 6:
Nutzen Sie die Vorteile Ihrer physischen Umgebung, ihrer Ressourcen und Hilfsmittel

Auf der Kreativität einer Gruppe aufzubauen ist dann möglich, wenn die Wissensbasis und alle Informationen für jeden der Gruppe zugänglich sind, wenn jedem die Ziele bekannt sind und sich alle der Ideen der anderen bewusst sind. Vorteilhafte physische Voraussetzungen können das unterstützen:

Hier einige Hinweise und Tips für die Praxis:

  • Wenn möglich, versuchen Sie für Besprechungen Räume zu organisieren, in denen alle im Kreis sitzen können, um einen runden Tisch oder auf Kissen am Boden. Alle Teilnehmer sollten einander ansehen können.
  • Wann immer Sie können, verwenden Sie ein Whiteboard / Flipchart und lassen Sie die Entwürfe noch eine Weile nach der Besprechung dort stehen, so dass jeder Teilnehmer noch einmal einen Blick darauf werfen kann.
  • Besorgen Sie Bücher, Artikel, Charts, Berichte etc. und deponieren Sie sie an einem Ort, an dem Sie für alle Teilnehmer zugänglich sind.
  • Eine gemeinsame e-Mailbox oder ein Server mit allen relevanten Dokumenten des Projekts dienen dazu, Beiträge einzubringen.
  • Wenn Sie Zugang zur Natur haben, nutzen Sie ihn! Verlegen Sie Gespräche oder Brainstormings, auch Pausen, von Zeit zu Zeit nach draußen. Haben Sie keinen Zugang zur Natur, stellen Sie Pflanzen auf und hängen Sie große Bilder von Wäldern, Wasserfällen, Bergen oder Seen auf. Man hat herausgefunden, dass dies Menschen helfen kann, auf neue Ideen zu kommen.2 

1 Zu CoP – Communities of Practise siehe Kapitel 11.2 bis 11.5 dieses Leitfadens
2 Zu CoP – Communities of Practise siehe Kapitel 11.2 bis 11.5 dieses Leitfadens