4.10.3 Einführung konkreter Innovationschancen

Diese Phase bereitet den fruchtbaren Boden für neue Ideen, so dass sie Wurzeln schlagen und sprießen können. Neben der Schaffung der äußeren Umstände, die Kreativität ermöglichen, müssen wir auch den konkreten, kreativen Prozess betreuen:

Schritt 7:
Bereiten Sie etwas Besonderes vor und ermöglichen Sie eine Innovationsschance

Wenn wir das konkrete Thema gefunden haben (Produkt, Dienstleistung, Technologie, Projekt, Marketingmethode etc.), und es von der Unternehmensleitung genehmigt und unterstützt wird, so dass wir beginnen können, Optionen zu generieren, dann haben wir den Punkt erreicht, an dem eine Innnovationschance besteht.

Halten Sie nun einen Moment inne und denken Sie nach:
Was soll als nächstes geschehen? Was sollte das zu erreichende Ziel sein? Beschreiben Sie dieses Ziel in wenigen Worten, Sätzen oder mit einem Schaubild. Schreiben Sie es an eine Tafel, hängen Sie es irgendwo auf oder senden Sie es an Ihre Kollegen. Wer wird darauf anspringen? Formulieren Sie die Ziele mit den Kollegen, die an Ihrem Vorschlag interessiert sind. Bereiten Sie ein Hintergrund-Dossier vor für solche Kollegen, denen die spezifische Materie neu ist. Versenden Sie es mit einer Einladung. Arbeiten Sie einen Vorschlag aus, den Sie Ihrem Vorgesetzten präsentieren.

Hier einige Hinweise und Tips für die Praxis:

  • Den vorangegangenen Schritten entsprechend, können Sie die Vorbereitungsphase beginnen, indem Sie die Wissensbasis permanent verfügbar machen, doch es ist auch wichtig, regelmäßig neue, konkrete Innovationsziele zuzuweisen.
  • Innovationschancen kommen nicht immer von der Geschäftsleitung. Wenn Sie die bisherigen Schritte durchgegangen sind, aber keine Führungskraft sind, vereinbaren Sie eine einstündige Besprechung mit Ihrem Vorgesetzten und stellen Sie Ihre Ideen vor. Sprechen Sie über die Möglichkeiten, Ressourcen und das Gebiet, das weiter entwickelt werden könnte. Sie können auch eine Brainstorming Sitzung vorschlagen1.

 
Schritt 8:
Start-Optionen generieren durch Brainstorming

Wenn Sie die Möglichkeit des Brainstormings in der Gruppe haben, versuchen Sie, es so zu gestalten, dass möglichst viele Aspekte zum Tragen kommen. Sie können Experten hinzuziehen und - wenn das Thema nicht „top secret“ ist - jeden mit berechtigtem Interesse, der eine gute Idee zum Thema beitragen könnte. Während des Brainstormings können Sie eine Mind-Map aus den vorgeschlagenen Ideen erstellen. Weiteres dazu finden Sie in Kapitel 4.2. dieses Innovations-Leitfadens.

Führen Sie das Brainstorming allein durch, so nehmen Sie sich Zeit. Nehmen Sie ein Blatt Papier und schreiben Sie darauf alle Ideen, die Ihnen einfallen. Bewerten Sie die Ideen nicht in diesem Schritt. Suchen Sie nun nach relevanten Artikeln, Büchern, Bildern, Filmen, selbst durchgeführten früheren Studien etc. und öffnen Sie sie an den interessanten Stellen. Fassen Sie diese Teile auf einem Blatt Papier mit der korrespondierenden Idee zusammen. Legen Sie es beiseite und schauen es wiederholt zu verschiedenen Tageszeiten und in unterschiedlichen Stimmungen an. Dies verschafft Ihnen etliche neue Perspektiven und wahrscheinlich weitere Ideen.

 
Schritt 9:
Zeit für Ruhe und Inkubation

Um ein Problem von unterschiedlichen Seiten betrachten zu können, brauchen wir eine Pause zur Inkubation. Das gilt sowohl für Gruppen als auch für Individuen.
Sie kennen vielleicht die Geschichte des Rationalisierungsexperten, der dem Vorstandsvorsitzenden von einem Angestellten berichtete, dessen Arbeitsweise begutachtet wurde.

  • "Ich fand ihn mit den Füßen auf dem Schreibtisch, wie er aus dem Fenster sah", erklärte der Experte.
  • „Junger Mann“, erwiderte der Vorstandschef, „dieser Mann hat dem Unternehmen schon zu Millionen verholfen, und bevor er seine letzte Erfindung machte, hatte er seine Füße in genau derselben Position.”

Es ist ein guter Brauch, sich eine Woche – als Inkubationszeit - nicht mit dem Thema zu befassen. Wenn die Kollegen wissen, dass sich nach einer Woche Lösungen abzeichnen, kommen ihnen nach einer solchen Auszeit sehr wahrscheinlich neue Ideen.

 
Schritt 10:
Das Entstehen innovativer, umsetzbarer Lösungen

Der Schritt von mehreren Optionen zu einer Innovation ist ein substanzieller Schritt der Kreativitätsverbesserung. Die ausgewählte Option muss überprüft und anschließend in die laufenden Operationen des Unternehmens implementiert werden.

Fassen Sie die Vorteile und Stärken der neuen Ideen zusammen. Einigen Sie sich auf wesentliche Aspekte für die Implementierung, wie in Kapitel 4.2.5. Abb. 3 gezeigt. Es kann sich auch um mehr als eine Idee handeln. Nach Auswahl der besten Ideen schauen Sie, ob es noch ein wichtiges Kriterium gibt, das nicht abgedeckt ist. Sammeln Sie neue Ideen, die in der Zwischenzeit aufgekommen sind. Versuchen Sie, an einer gemeinsamen Lösung zu arbeiten, die die besten Punkte der attraktivsten Ideen beinhaltet.

 


1 Für weitere Informationen siehe die Module 2.2 SWOT Analyse und 4.6 Management innovativer Ideen in diesem Leitfaden